
Die Caritas in Niedersachsen kritisiert das vom Bundeskabinett beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz scharf. Nach den aktuellen Plänen drohen massive Einschnitte in der ambulanten Krankenpflege, da tarifliche Löhne künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden sollen. Aus Sicht des Verbandes sendet dies ein fatales Signal für die Zukunft der Pflege - gerade im Hinblick auf den internationalen Tag der Pflege am 12. Mai.
Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden in Deutschland zu Hause versorgt. Ambulante Pflegekräfte unterstützen sie nicht nur bei der Körperpflege, sondern übernehmen auch ärztlich verordnete Leistungen - etwa das Messen von Blutdruck und Blutzucker, Verbandswechsel oder die Medikamentengabe.
"Die geplanten Kürzungen treffen genau diese Leistungen", erklärt Barbara Heidrich von der Caritas in Niedersachsen. Sie betont: "Wir stehen vor einer unhaltbaren Situation: Einerseits sind wir gesetzlich verpflichtet, Tarif zu zahlen. Andererseits werden diese Kosten nicht refinanziert."
Eine unvollständige Refinanzierung führt unmittelbar zu wirtschaftlichem Druck. Das hat konkrete Folgen: Ambulante Dienste könnten gezwungen sein, ihr Angebot einzuschränken oder Versorgungsbereiche aufzugeben. Für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen bedeutet das weniger Unterstützung, längere Wartezeiten und wachsende Belastungen im Alltag.
"Wertschätzung für ambulante Pflege muss sich auch in der Finanzierung widerspiegeln. Pflegekräfte verdienen eine verlässliche und faire tarifliche Bezahlung", betont Heidrich. "Der Tag der Pflege sollte ein Tag der Anerkennung sein. Stattdessen erschweren politische Entscheidungen die Arbeit in der Pflege weiter."
Die Caritas in Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, sich aktiv im parlamentarischen Verfahren dafür einzusetzen, dass die Finanzierung der ambulanten Pflege verlässlich gesichert und tarifliche Löhne in allen Bereichen vollständig refinanziert werden.