Eine Genehmigung des Bundes ist hierzu erforderlich. Die Forderung wird bisher von Bundesinnenminister Horst Seehofer mit Verweis auf technische und finanzielle Hilfen zurückgewiesen.
Eine neue Initiative der Länder Niedersachsen, Thüringen und Berlin soll der Forderung zusätzlich Nachdruck verleihen. Erschütternde Berichte der Organisation Ärzte ohne Grenzen über die katastrophalen Zustände in den Unterkünften auf den griechischen Inseln unterstreichen den Handlungsdruck. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ohne Verwandte auf Lesbos unter mangelhafter Versorgung leiden und Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt sind", erklärt Caritas-Landessekretär Thomas Uhlen. Innenminister Seehofer dürfe die signalisierte Bereitschaft der Länder zur Aufnahme nicht länger blockieren. "Dass man angesichts des nahenden Winters und dieser humanitär nicht erträglichen Lage solch einen Akt der Menschlichkeit verhindert, erschüttert uns sehr", so Uhlen weiter, "Seehofer darf die Kinder von Lesbos jetzt nicht im Stich lassen."